Gedenkrede für Annerose Moser


Liebe Familie Moser, werte Trauergäste,


ein sehr wahres Zitat sagt: „Du weißt erst, wie stark du bist, wenn du keine andere Wahl hast als stark zu sein…“. Momente dieser Art erlebt wohl jeder Mensch in seinem Leben – und ganz sicher hat man sich diese in den seltensten Fällen ausgesucht, wie bei der freiwilligen Besteigung eines hohen Gipfels…


Sicher, manchmal geht es im Leben schlicht um etwas Biss und Durchhaltevermögen – bis die Prüfung bestanden oder das Haus gebaut ist. Aber wieder andere Dinge sind ganz und gar endgültig – wie der Abschied von einem geliebten Menschen.

Was einem nicht als Erstes in den Sinn kommt, was aber genauso schwerwiegend sein kann, ist der endgültige Abschied von einem lang gehegten Traum. Wie unendlich viel Stärke muss man als Mensch beweisen, wenn man sieht, wie ein fester Plan, ein gewachsener Traum in Bruchteilen von Sekunden vor den eigenen Augen in Stücke zerfällt…

Und auch, wenn es nicht all deine heutigen Gäste wissen, liebe Annerose, dir wohnte diese unglaubliche seelische Stärke in jedem Fall inne.


Was war geschehen…? Lass uns dich noch einmal begleiten, zurückgehen zu diesen Stunden, welche der ganzen Idee deiner neuen Zukunft plötzlich einen Riegel vorschoben…


Es ist der 13. August 1961, nachts um 1 Uhr, die Luft ist kühl. Du, dein Mann Klaus und euer kleiner, erst einjähriger Sohn Anton wartet auf dem Zwickauer Bahnhof auf die Abfahrt eures Zuges, der euch nach Ostberlin bringen soll.

Von dort wollt ihr weiter, zu deiner Mutter, deinem Vater, Bruder, Schwester – beinahe die ganze Familie lebt bereits am Niederrhein und endlich, endlich sollt ihr nun nachkommen. Dort gibt es Arbeit, Wohnungen, ein gutes Leben – was kann dein Herz in dieser Nacht sonst gewesen sein als voller Hoffnung und Freude auf eine bessere Zukunft? Alles habt ihr verkauft oder verschenkt. Euer letzter Besitz befindet sich in den drei Koffern, die ihr bei euch habt.


Über den Gleisen schwebt der Geruch von Kohlenrauch und heißem Dampf, die Waggons sind nur spärlich beleuchtet… Und als euer Zug schließlich losfährt, ist eine der fatalsten Entscheidungen der jüngeren Geschichte bereits gefallen…

Niemand in eurem Zug weiß, dass in diesem Augenblick 250 Kilometer weiter bereits tausende Volkspolizisten und Soldaten damit beginnen Stacheldraht auszurollen, Straßen zu sperren und Grenzübergänge zu schließen.


Fünf Stunden später rollt euer Zug in den Berliner Ostbahnhof ein; ein großer, nüchterner Nachkriegsbahnhof… Dampfloks zischen, Bremsen quietschen. Die Sonne ist bereits aufgegangen, aber nun über einem geteilten Himmel.

Die Bahnsteige sind voller Menschen – hier jemand, der einen Freund abholen will, dort ein Soldat, Volkspolizisten, Reisende, die in eine andere Bahn umsteigen wollen… Genau wie ihr. Es herrscht eine ungewöhnliche Unruhe und Unsicherheit und ein Gerücht, das keiner wahrhaben will, verbreitet sich von Mund zu Mund: „Die Grenze ist zu! Die Grenze ist zu!“


Keine Panik liegt in der Luft, aber ein trauriges, unfassbares Staunen. Menschen stehen in kleinen Gruppen zusammen – mit ratlosen Gesichtern, lesen die Aushänge, diskutieren mit dem Bahnpersonal…

Und nach und nach wird allen und damit auch euch klar: Dies hier ist nicht vorübergehend. Es ist eine Entscheidung von historischer Tragweite. Der Bahnhof liegt wie immer im Morgenlicht, und doch ist er der Schauplatz eines weltgeschichtlichen Moments…

Das letzte Schlupfloch ist geschlossen, die deutsche Teilung endgültig, spürbar, sichtbar – der letzte Weg zu deiner Familie und in eure neue Zukunft über Nacht verschwunden. Ein in jeder Hinsicht einschneidender Augenblick…


Doch was machte das mit dir, liebe Annerose? Sicher, in diesem Moment muss es eine bittere Enttäuschung gewesen sein – ein echter Schock. Doch selbst dieser berührte nicht die Schönheit deines Herzens. Denn trotz allem wurdest du kein verbitterter oder trübseliger Mensch… Du schienst – und genau das war deine Stärke – dem Schicksal ein strahlendes „Dennoch“ entgegenzusetzen.

So begannst du schlicht von Neuem – dort, wo du warst; mit dem, was du hattest und dem, was du konntest – vor allem mit dem, wer du selbst warst. Denn vieles konnte man dir nehmen, aber deine wundervolle Persönlichkeit nicht… Immer bliebst du kontaktfreudig und aufgeschlossen, interessiert an anderen Menschen.

Was dich aber besonders auszeichnete, war deine Hilfsbereitschaft und Uneigennützigkeit sowie dein großes Verantwortungsbewusstsein – immer kam für dich deine Familie an erster Stelle, während du deine eigenen Bedürfnisse oder Wünsche untergeordnet hast.

 

Diese Eigenschaft brachtest du wohl schon aus deiner Kindheit mit. Denn als zweites von vier Kindern wurdest du in schwierige Zeiten hineingeboren. Dein Papa Emil war insgesamt fünf Jahre lang fort; an der Front und in Gefangenschaft, sodass deine Mama Irmgard daheim ihren ganz eigenen Kampf auszufechten hatte, da nun alles auf ihren Schultern lag.

Auch dir selbst wurde schon sehr früh einiges abverlangt. Während deine Mutter als Sprechstundenhilfe arbeitete, übernahmst du alle erdenklichen Haushaltsaufgaben – einkaufen, kochen, waschen; obendrein betreutest du deine kleinen Geschwister Luise und Dietmar.

Zusätzlich verdientest du dir bereits als Achtjährige ein paar Pfennige dazu, indem du in den umliegenden Dörfern per Fahrrad Medikamente austrugst. Hin und wieder dankten dir die Patienten deinen Dienst auch mit Lebensmitteln. So musste irgendwie alles geschafft und genug für die Familie erwirtschaftet werden – und das natürlich neben der Schule!


Doch dort hattest du keinerlei Probleme. Du besuchtest gerne den Unterricht und hattest auch eine liebste Schulfreundin namens Elisa. Und auch wenn du als junges Mädchen nicht oft die Hände frei hattest zum Spielen, singen konnte man ja immer und auch während der Hausarbeit – und das tatest du leidenschaftlich gerne.

Wie hättest du bei deinem großen Arbeitspensum eigentlich jemals die große Liebe finden sollen…? Das hat sich das Schicksal wahrscheinlich auch gedacht und hat sie dir darum direkt vor die Nase gestellt…

Dein Klaus erinnert sich daran, wie du jeden Tag als Medikamenten-Bote mit dem Rad durch sein Dorf kamst. Du warst erst 15 Jahre alt, trugst noch lange, geflochtene Zöpfe. Eine Zeit lang schaute er dich nur an und wunderte sich, wohin du ständig unterwegs warst… doch irgendwann, da fasste er sich ein Herz und sprach dich an.

Ihr verabredetet euch auf einen Spaziergang in der schönen Umgebung… und aus diesem einen Spaziergang sollte tatsächlich ein ganzer gemeinsamer Lebensweg werden!

Zunächst zog dein Liebster mit zu deinen Eltern. Wohnraum war damals sehr knapp und als euch ein zusätzliches Zimmer im Haus in Aussicht gestellt wurde – aber selbstverständlich nur als ordentlich verheiratetes Ehepaar – fackeltest du nicht lange und schicktest deinem auf Montage arbeitenden Kurt ein Telegramm: „Bitte komm sofort nach Hause. Wir wollen heiraten!“

 

Und das wolltet ihr doch sicherlich ohnehin. Wärst du dir nicht ganz sicher gewesen, in Klaus deine wahre Liebe gefunden zu haben, hättest du dir doch niemals getraut, ihm solch eine knackige Nachricht zu schicken. So gabt ihr euch vor beinahe 7 Jahrzehnten gleich zweimal das Ja-Wort, einmal auf dem Standesamt und einige Wochen später erneut in der Kirche.

Bei eurer kirchlichen Trauung trugst du ein langes, klassisches Hochzeitskleid, ein Braut-Diadem, einen ewig langen Schleier im Haar und einen prächtigen Blumenstrauß in den Händen. Die Herren schmückte damals natürlich eine Fliege und ein feiner Zylinder.

Was aber das Schönste ist: Auf dem Hochzeitsbild sieht man vor allen anderen Dingen zwei Paar glücklich strahlende Augen. Augen voller Vorfreude darauf, gemeinsam die Zukunft gestalten zu dürfen. Vielleicht ist das sogar das Wundervollste an der Liebe – in der Gegenwart des anderen ein beide verbindendes Träumen und Hoffen zusammen in die Zukunft richten zu dürfen…

Und so tanzet ihr beide – buchstäblich – für so unglaublich viele Jahre durch euer gemeinsames Leben. Als junge Backfische in der Tanzschule zu den alten Schellackplatten, und schließlich noch vor nicht allzu langer Zeit auf eurem eigenen Wohnzimmerparkett zu diesem, deinem Lieblingslied:

[Musik]


Annerose, die absolute Krönung eurer Liebe war natürlich die Geburt eures Sohnes Anton, der euch zu stolzen Eltern und zu einer echten Familie machte.

Keine anderthalb Jahre später… der unglückselige Tag auf dem Ostberliner Bahnsteig, die niederschmetternde Rückkehr ins Heimatdorf, in eine leere Wohnung. Schließlich wurde euch eine andere, kleine Wohnung am Ende des Dorfes zugeteilt, wo ihr euch nun ein Leben einrichten musstet, was ihr doch gar nicht mehr gewollt hattet. Von der ganzen Familie geblieben war dir einzig dein großer Bruder Werner, der nie vorhatte fortzugehen; selten durfte dich Luise besuchen.


Und trotz allem, was schiefgegangen war, hattest du doch das Beste, Liebste und Schönste in deinem Leben direkt an deiner Seite – deinen lieben Mann, und vor allem deinen kleinen Sohn.

Anton erinnert sich an dich als absolut liebevolle und herzensgute Mama, die alles für ihn getan hat. Er sagt, du warst genau so, wie man sich eine Mutter vorstellt, mit all deiner Wärme, aber zuweilen auch einer gewissen mütterlichen Strenge.

So verlangtest du etwa von ihm, dass er seine Sachen immer in Ordnung hielt – ob seine Kleidung oder sein Schulzeug – und kontrolliertest das auch genau. Ab einem gewissen Zeitpunkt bekam dein Sohn auch einige häusliche Aufgaben übertragen wie das Einkaufen, Abwaschen oder Schuheputzen… Und ganz ehrlich: Hat das je einem Kind geschadet?

Außerdem ging es hierbei nicht nur um Erziehung – Antons Hilfe war wirklich wertvoll für dich. Da dein fleißiger Klaus über 30 Jahre lang von Montag bis Freitag auf Montage war, lag während dieser Zeit fast alles auf den Schultern von Mutter und Sohn.


Für die eheliche Kommunikation zu dieser Zeit bedeutete dies: Ihr hattet genau zwei Tage pro Woche, um alles Wichtige abzusprechen. Das stelle man sich einmal in der heutigen Zeit vor! Und dennoch funktionierte es ausgezeichnet!

Genauso wie eure reibungslose Kommunikation würdigte dein Klaus mit Sicherheit die fabelhaften Essenspakete, die er jeden Montagmorgen mit auf den Weg bekam. Denn du warst eine begnadete Köchin und eine fabelhafte Bäckerin.

 Dein begehrtestes Gericht war Hasenbraten und Wickelklöße. Und im Winter bukst du die leckersten Stollen. Jedes Jahr schicktest du einige davon an den Niederrhein – als ein Stück kulinarische Heimat für deine Liebsten.


Neben den mütterlichen und häuslichen Pflichten hattest du natürlich auch noch deine Arbeit als Bundweberin. Du warst so intelligent und gut in deiner Arbeit, dass dir sogar ein Studienplatz für ein Ingenieurstudium angeboten wurde – doch du hast verzichtet, wolltest dich lieber auf deine Familie, auf das Geldverdienen und die Gründung deines eigenen Haushalts konzentrieren.

Eine fleißige, genaue und pflichtbewusste Arbeiterin warst du aber natürlich dennoch! Und was für die junge Generation nach einer romantischen Tätigkeit klingt – Weberin – war damals eine absolut anstrengende Arbeit in einer Halle voll großer, gar nicht so selbständig arbeitender Maschinen und voll ohrenbetäubendem Lärm.

Für deine Mühen bekamst du im Laufe deines Berufslebens viele Auszeichnungen als beste Weberin des Textilkombinats. Als Würdigung wurden dir außerdem alle zwei Jahre Urlaubsplätze an der Ostsee zugesprochen, einmal sogar ein Platz im Kaukasus und als weitere Auszeichnungsreise eine Wolgakreuzfahrt.

Für gelegentliche Auszeiten liebtet du und Kurt es außerdem Zeit in den Bergen zu verbringen. Wie gerne durchstreiftet ihr wandernd die Karpaten, die Hohe Tatra oder schlicht dein geliebtes Erzgebirge…


Und diese Art der Auszeit war auch bitter nötig. Denn neben all den Aufgaben und Pflichten, die du bereits hattest, begannst du schließlich auch noch die betagten neuen Bewohner deines Elternhauses zu pflegen – zuerst die Frau, später ihren Mann – und dieser entschied sich aus Dankbarkeit schließlich dazu, dir dieses Haus, das euch einst nach der missglückten Ausreise genommen wurde, wieder zurückzuverkaufen.

So konntest du schließlich wieder zurück ins Haus deiner Kindheit – jedoch hatte es einen Um- und Ausbau bitter nötig, den ihr in mühevoller Arbeit und mit Hilfe von Freunden und Klaus' Brüdern innerhalb von zwei Jahren bewältigtet.

 

Gelohnt hatte sich dieser Kraftakt allemal, denn dieses Haus sollte noch für 45 Jahre euer gemeinsames Zuhause sein.

Plötzlich ganz leer wurde das Haus freilich, als dein Mann noch immer auf Montage war und sich euer Andreas auf zum Studium nach Greifswald machte. Doch deine Nachbarn Mona und Alfred machten alles besser.

Jederzeit konntest du zu ihnen gehen, wenn dir nach guter Gesellschaft und einem Gespräch war; zudem halfen sie dir in Haus und Garten – letztendlich war es die Summe vieler Kleinigkeiten, die eure Verbindung zu einer echten und lange andauernden Freundschaft machte, die dir unglaublich viel Kraft spendete.


Und zum Glück warst du ja auch eine vielseitig interessierte Frau und konntest deine Stunden mit allerlei Dingen füllen, die dir Freude machten: etwa mit Stricken oder dem Sticken großer Wandbilder; mit Gartenarbeit, mit Musikhören, Akkordeonspielen, Tanzen und Singen – du warst so gut, dass du im Kirchenchor sogar häufig das Solo singen durftest. Außerdem liebtest du Spieleabende mit etlichen Runden Rommee und „Mensch, ärgere dich nicht!“.


Und das mit dem leeren Haus kann man ja so und so sehen… Schließlich hattest du ja nicht einen Sohn verloren, sondern deine wundervolle Schwiegertochter Gerda dazugewonnen. Wer dein Herz schließlich mit unendlich viel Liebe füllte, waren natürlich deine Enkelkinder Jasmin und Markus...

Und dennoch blieb da eine alte, ungestillte Sehnsucht. Die Sehnsucht, dein geliebtes Dorf doch einmal zu verlassen, herauszukommen, die Welt zu sehen; über das Erzgebirge und die Ostsee hinaus.

Und so erschienen dir, nach allem, was passiert war, die Ereignisse eines ganz bestimmten Tages wahrscheinlich wie ein Wunder… Es war der 9. November 1989 – die Seele des Volkes brodelte… Und was soll man dazu noch sagen? Auf einmal war ein Wort in aller Munde, das dir plötzlich alle noch bis vor Kurzem ungeahnten Möglichkeiten zurückschenkte und dieses Wort war: REISEFREIHEIT!


Und es scheint, dass es da in dir einen glänzenden, wunderschönen und gesunden Trotz gab, der sagte: „Jetzt hole ich mir alles wieder, was ihr mir genommen habt!“

In verschiedensten Besetzungen – war es mit deinem Mann, mit Jasmin und Markus, Anton und Gerda oder mit allen zusammen – erobertest du dir so Stück für Stück die Welt: Bayern und Südtirol, Frankreich, Spanien mit Gran Canaria und Teneriffa, Italien und Griechenland, Tunesien und Ägypten.

Aber auch Rumänien, Bulgarien und Russland; Schweden, Finnland und Norwegen und schließlich sogar die Karibik mit der Dominikanischen Republik, Barbados und den Jungferninseln.


Die Frau auf dem Ostberliner Bahnsteig hattest du nun weit hinter dir gelassen… Du mochtest die Berge genauso wie das Meer, aber in Letzterem konnte man schwimmen – und das liebtest du über alle Maßen. Wenn du so unschuldig sagtest: „Ich schwimme mal ein Stückchen raus“, dann konntest du eine ganze Weile unterwegs sein, denn dieses „Stückchen“ war oft so weit, dass sich deine Liebsten schon Sorgen um dich machten.

Da steckte doch so viel Mut in dir, liebe Annerose. Und dieser Mut bewog deinen Mann und dich auch dazu, vor etwa achteinhalb Jahren noch einmal einen unglaublich großen Schritt zu wagen und eure Heimat hinter euch zu lassen, um hier in der Nähe eurer Familie zu leben – bei Anton und Gerda, bei den Enkeln und schließlich auch, um eure Urenkel Kian und Ole aufwachsen zu sehen.


Und da gab es noch so viele andere Menschen, die dir am Herzen lagen und zu denen ein reger Kontakt bestand: Simone und Ulf, genauso Maria und Jörg; auch deine neuen Nachbarn – Gabriels Eltern Horst und Dörte, mit denen sich eine enge Freundschaft entwickelte.

Und während deiner letzten Zeit im Pflegeheim, in welcher du von deiner Familie natürlich liebevoll umsorgt wurdest, durftest du tatsächlich noch Sarahs und Markus' kleine Roxana kennenlernen und auf dem Arm halten… So sahst du, was auch immer geschieht, das Leben in dieser Familie geht immer weiter…

Weißt du, liebe Annerose, dein Sohn und Gerda sagen, deine Enkel hätten viel von dir: deinen Fleiß, deine Strebsamkeit und dein Pflichtbewusstsein…


So mögen sie hoffentlich auch deine Stärke haben, unter allen Umständen standhaft zu bleiben und auch unter schwierigen Bedingungen weiter geradeaus zu gehen – ganz genau wie du es getan hast.

Sich, wenn nötig, neu orientieren – ein neues Ziel finden, das Beste aus dem machen, was in diesem Augenblick verfügbar ist – und sich immer daran erinnern: Ihre wertvollste Ressource, ihr wertvollster Schatz in jedem Moment sind immer sie selbst, mit ihrem Wissen und Können, ihrer Erfahrung und ihrem Ehrgeiz und nicht zuletzt ihrer Liebe in ihrem Herzen für diejenigen, die sie umgeben.



Und ganz bestimmt, liebe Annerose, brauchst du dich nicht zu sorgen – deine Liebsten werden mit dir in ihren Gedanken schon alles gut meistern. Und sie wiederum brauchen sich nun auch nicht mehr um dich zu sorgen… Nun kannst du rausschwimmen so weit du willst; nun gibt es keine Grenzen mehr, nun bist du für immer völlig frei!